Ferienjob – was geht?

Ferienjob: Geld verdienen und keine schlechten Noten riskieren

Endlich Sommerferien! Schülerinnen und Schüler, die ihr Taschengeld aufbessern wollen, haben jetzt Zeit für einen Nebenjob. Welche Arbeit für Schüler erlaubt ist, welche Versicherungsfragen man beachten muss und welche Auswirkungen ein Job auf Steuern und Kindergeldanspruch hat, lest ihr hier.

Mit einem Ferienjob kann man innerhalb kurzer Zeit eine Menge Geld verdienen, ohne schlechte Schulnoten zu riskieren. Außerdem kann man schon einmal in eventuelle Wunschjobs hineinschnuppern und weitere Pluspunkte im Lebenslauf sammeln. „Schüler, die einen Ferienjob annehmen, beweisen damit, dass sie ehrgeizig und zielstrebig sind“, sagt Michael Hagedorn von der Jobplattform JobberBee.de. „Das kann Vorteile bringen, wenn man sich später um ein Praktikum oder eine Ausbildungsstelle bewirbt.“ Man beweist Eigeninitiative und kann Praxiswissen vorzeigen.

Die Auswahl der Jobs ist groß. Am beliebtesten sind Jobs in der Gastronomie, in Bäckereien Supermärkten, Schwimmbädern und Freizeiteinrichtungen. „Der Vorteil: Solche Ferienjobs gibt es häufig auch in der direkten Umgebung und sie sind problemlos und schnell zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar“, weiß Michael Hagedorn, von der Jobplattform JobberBee. „Auch brauchen viele Unternehmen wie Post, Reinigungsfirmen und andere Dienstleister in den Sommermonaten Urlaubsvertretungen – beste Voraussetzung, hier Aushilfsjobs für die Ferien zu finden.“ Als Produktionshelfer kann man in größeren Industriebetrieben Geld verdienen. Hier kann es aber auch schon mal anstrengend werden. Im Trend sind Ferienjobs bei Hilfs- oder Umweltorganisationen. Ob Promoter oder Helfer in einzelnen Projekten: so kann man Gutes tun und Geld verdienen verbinden.

Was Schüler bei Ferienjobs beachten müssen

Die schlechte Nachricht zuerst: Wer jünger ist als 14 Jahre, darf in Deutschland gar nicht arbeiten. Ausnahmsweise und nur wenn die Eltern das ausdrücklich erlauben, sind ab und an leichte Jobs mit ein bis zwei Stunden Arbeitszeit pro Tag erlaubet. Das kann Nachhilfe geben sein, Zeitungen austragen, Rasen mähen oder ähnliche Jobs in der Nachbarschaft. Auch Tätigkeiten bei nicht gewerblichen Organisationen wie Kirchen, Vereinen, Verbänden und Parteien sind möglich – im Ehrenamt natürlich auch.

15- bis 17-Jährige dürfen bis zu acht Stunden am Tag arbeiten. Sind sie noch schulpflichtig, dürfen sie das 40 Stunden pro Woche, maximal fünf Tage pro Woche. Die Wochenenden sind frei. Ausnahmen sind bei einzelnen Events möglich. Das Geld verdienen ist außerdem auch nur vier Wochen im Kalenderjahrerlaubt. Die Vollschulpflicht ist in verschiedenen Bundesländern unterschiedlich geregelt: in Bayern und Baden-Württemberg sind es zum Beispiel neun, in Berlin und Bremen zehn Jahre. Wer seine Schulpflicht erfüllt hat, darf am Ende des Schuljahres unbegrenzt arbeiten gehen. Allerdings auch nicht mehr als acht Stunden pro Tag. Auch darf der Schülerjob nicht nachts ausgeübt werden, um 20 Uhr ist Feierabend. Ausnahmen gelten für Jobs im Gastgewerbe, hier ist eine Beschäftigung bis 22 Uhr okay, und in Mehrschicht-Betrieben, hier dürfen jugendliche Aushilfsjobber bis 23 Uhr arbeiten.

Schüler über 18 dürfen immerhin schon 50 Tage im Jahr arbeiten. Und die Pausen nicht vergessen: nach viereinhalb bis sechs Stunden Arbeit gibt es eine halbe Stunde frei, ab mehr als sechs Stunden sogar eine ganze.

Schwere körperliche oder gefährliche Arbeiten und Akkordarbeit sind allerdings auch für ältere Jugendliche tabu. „Arbeiten bei Hitze, Nässe, Kälte oder großem Lärm sind nicht erlaubt“, sagt Hagedorn. „Schweißerjobs sind daher ebenso nicht erlaubt, wie zum Beispiel Einsätze an Säge- oder Hobelmaschinen.“ Auch Arbeiten mit giftigen oder ätzenden Stoffen und Krankheitserregern sind tabu.

Auch Ferienjobs nie ohne Vertrag

Auch Schüler sollten auf einem schriftlichen Arbeitsvertrag bestehen, in dem

  • Aufgaben,
  • Arbeitszeiten und
  • Gehalt aufgelistet sind.

Beim Thema Gehalt übrigens nicht wundern: Schüler unter 18 Jahren haben noch keinen Anspruch auf Mindestlohn. Erst nach dem 18. Geburtstag muss der Arbeitgeber mindestens 8,50 Euro pro Stunde zahlen. Bei Verstößen sind das örtliche Gewerbeaufsichtsamt oder das Amt für Arbeitsschutz zuständig.

Steuern zahlen und Kindergeld verlieren?

Geld verdienen gut und schön. Aber auch der Staat möchte etwas davon haben. Deshalb müssen auch Schüler Steuern zahlen, wenn sie mehr als 900 Euro brutto in einem Monat verdienen. Aber keine Angst, liegt der Gesamtverdienst im gesamten Jahr unter 8472 Euro, bekommen Schüler das Geld über die Steuererklärung zurück. „Vorsicht: Volljährige Schüler dürfen aber nicht mehr als 8004 Euro pro Jahr zu verdienen“, warnt Hagedorn. „Sonst wird das komplette Kindergeld gestrichen!“

Verdientes Geld wird aber wiederum nicht auf das Kindergeld angerechnet, wenn der Schüler oder Student in der Erstausbildung bzw. im Erststudium lernt.

Sozial­versicherung nur bei längeren Jobs fällig

Auch bei Ferienjobs entsteht eigentlich eine Beitragspflicht zur Sozialversicherung. Das gilt für Schüler aber nicht, wenn an nicht mehr als 50 Arbeitstagen pro Jahr oder nicht mehr als drei Monate am Stück gearbeitet wird. Dann werden keine Sozialversicherungsbeiträge fällig. Dabei ist sogar egal, wie viel Geld in dieser Zeit verdient wird. Arbeiten besonders fleißige Schüler aber in mehreren befristeten Teilzeitjobs, werden alle Arbeitstage eines Kalenderjahres zusammenaddiert und es können doch Sozialversicherungsabgaben anfallen. Beiträge zur Sozial­versicherung zahlen Schüler nicht. Ausnahme: Sollte sich an den Ferien­job gleich eine Ausbildung anschließen oder an mehr als oben genannten 50 Tagen dauerhaft gearbeitet werden, ist schon der Ferien­job sozialversicherungspflichtig, wenn denn die Jugend­lichen monatlich mehr als 450 Euro verdienen.

Damit es für die Arbeitgeber einfacher wird, die erforderlichen Meldungen zur Sozialversicherung zu erledigen, sollten Ferienjobber folgende Unterlagen schon zum ersten Arbeitstag mitbringen:

  • Steueridentifikationsnummer sowie
  • aktuelle Schul- oder Studienbescheinigung.

Wer schon eine hat, bringt auch noch die

  • Rentenversicherungsnummer mit.

Die Nummer erhält man seit 2005 von Geburt an, ältere Jahrgänge bekommen den Sozialversicherungsausweis mit der Rentennummer automatisch von der zuständigen Rentenkasse automatisch zugeschickt, wenn man zum ersten Mal auf Lohnsteuerkarte arbeitet und dazu vom Arbeitgeber angemeldet wird.

Und wenn etwas passiert?

Schüler, die in den Ferien arbeiten, sind über den Betrieb unfall­versichert. Welche Unfallkasse bzw. welche Berufsgenossenschaft für die Beschäftigten eines Unternehmens zuständig ist, weiß die Personalabteilung. Bei einem Arbeitsunfall muss der Arbeitgeber den Schaden über seine gesetzliche Unfallversicherung regulieren. Der Versicherungsschutz ist übrigens unabhängig davon, wie lange das Arbeitsverhältnis dauert oder wie viel die Schüler im Ferienjob verdienen. Er beginnt am ersten Arbeitstag automatisch und gilt auch für die Wege zur Arbeit und wieder nach Hause (aber Vorsicht, keine Umwege machen und zum Beispiel noch einkaufen gehen). Sollte tatsächlich ein Unfall passieren und ein Arztbesuch nötig sein, bitte gleich darauf hinweisen, dass es sich um einen Wege- oder Arbeitsunfall handelt. Dann muss nämlich die gesetzliche Unfallversicherung die Kosten für Behandlung, Reha und Lohnersatz übernehmen. Achtung: Dies gilt allerdings nicht, wenn ein Schüler einen Ferienjob oder ein Praktikum im Ausland übernimmt. Interessenten sollten sich deshalb unbedingt vorher über die Rechtslage im entsprechenden Gastland informieren und im Zweifel privat versichern.

Wieviel darf es sein?

Eine Obergrenze gibt es im Einkommen nicht. Falls jedoch innerhalb der Familie Transferleistungen fließen, sollte man im Blick behalten ob Hartz IV oder BaföG betroffen sind. Höchstens 1200 Euro dürfen Schüler verdienen, ohne dass das ALG II der Eltern gekürzt wird. Beim BAföG bleiben Einkommen bis 4880 Euro anrechnungsfrei, wenn keine weiteren Einkommen dazu kommen. „Wer im gesamten Kalenderjahr arbeitet – und in den Ferien noch etwas mehr – muss genau rechnen, damit er nicht über die Verdienstgrenze rutscht“, weiß Hagedorn.

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Was vom Fiskus übrig bleibt

Die meisten Schüler haben nur einen Arbeitgeber. Bei denen wird die Lohnsteuer, die zu entrichten wäre, oft nur auf der Lohnsteuerkarte eingetragen, aber nicht eingezogen. Wird vom Arbeit­geber Lohn­steuer einbehalten, kann der Ferien­jobber nach Ablauf des Kalender­jahres beim Finanz­amt eine Einkommensteuererklärung abgeben. War sein zu versteuerndes Einkommen im Kalender­jahr geringer als der Frei­betrag von 8 472 Euro, erhält er die gezahlte Lohn­steuer komplett zurück.

Weiter nach den Ferien?

Schüler, die auch in der Schulzeit regelmäßig stundenweise arbeiten, gelten als Minijobber. Sie dürfen für diese Klassifizierung nicht mehr als 450 Euro im Monat verdienen. Trotzdem fallen dann jede Menge Abgaben an. Arbeitgeber müssen dann folgende Pauschalabgaben an die Minijob-Zentrale der Bundesknappschaft abführen:

  • 15 Prozent Rentenversicherung
  • 13 Prozent Krankenversicherung
  • 2 Prozent so genannte „Pauschsteuer“, also „Pauschalsteuer“ (einschließlich Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag), wenn nicht per Lohnsteuerkarte abgerechnet wird.
  • Dazu kämen in Bedarfsfällen weitere Umlagen zum so genannten Ausgleich der Arbeitgeberaufwendungen bei Krankheit, Mutterschaft und Insolvenzgeldumlage.

Insgesamt müssen also Abgaben von rund 30 Prozent des Arbeitsentgelts an die Minijob-Zentrale abgeführt werden. Diese zentrale Stelle macht die ordnungsgemäßen Abgaben für alle leichter: Sie leitet alle entsprechenden Teilbeträge an die Renten- und Krankenversicherungsträger, das Finanzamt oder Kirchen weiter.

Und wo gibt es Jobs?

Viele seriöse Angebote gibt es auf www.jobberbee.de. Die Jobplattform richtet sich an Schüler, Studenten und alle anderen, die einen flexiblen Nebenjob oder Teilzeitjob finden möchten. „Außerdem gibt es hier die Möglichkeit, sich mit anderen Nutzern der Plattform zu vernetzen und sogar Arbeitgeber zu bewerten“, erklärt Hagedorn. „Auch kann man sich gleich und direkt über die Plattform bewerben; die gesamte Kommunikation ist selbstverständlich verschlüsselt.“ Natürlich können Jobsuchende auch Supermarkt-Aushänge, kostenlose Kleinanzeigen oder Anzeigenblätter durchstöbern und in Firmen nachfragen. Ab und an gibt es kleine Jobs auch bei der Arbeitsagentur vor Ort. Doch das ist meist zeitaufwändiger. Schneller geht es mit JobberBee.

Über JobberBee

JobberBee ist das erste Social Network für flexible Jobs und Köpfe. Die Platt­form verein­facht das Suchen und Finden von Auf­trägen und Arbeits­kräften auf Grund­lage eines aus­gefeil­ten vier­dimensio­nalen Matchings. JETZT KOSTENLOS ANMELDEN

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