Jetzt Studentenjob sichern – darauf müsst ihr achten

Studentenjobs: Das bringen sie im Lebenslauf

Das Wintersemester geht am 1. Oktober wieder los, die Vorlesungszeit beginnt am 12. Oktober. Jetzt wird es Zeit für Studenten und Studienanfänger, sich einen Nebenjob zu suchen! Studium und nebenbei ein Teilzeitjob ist heute die Regel: 66 Prozent aller Studenten verdienen sich etwas Geld dazu. Doch nicht nur finanzielle Gründe sprechen für einen Nebenjob. Die Studentenjobs bringen Abwechslung, Kontakte und Pluspunkte im Lebenslauf.

Geringe Sozialabgaben, wenig Steuern

Dabei gibt es den „typischen“ Studentenjob eigentlich gar nicht. Wer zum Beispiel auf www.jobberbee.de nach einem Teilzeitjob sucht, kann sich zwischen verschiedenen Branchen und Aufgaben entscheiden. So werden Fahrradmechaniker, Promoter, Runner und Barista gesucht. Die wöchentliche Arbeitszeit liegt meist um 20 Stunden, kann häufig aber auch individuell mit den Arbeitgebern im Bewerbungsgespräch vereinbart werden.

Die vorgegebene maximale Arbeitszeit hat ihre Gründe: Arbeiten Studenten nicht mehr als 20 Stunden pro Woche, sind sie während des laufenden Semesters von der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung befreit. Tipp: Diese Befreiung gilt auch, wenn mehr als 20 Stunden pro Woche gearbeitet wird, der Job aber auf maximal zwei Monate begrenzt ist. Nur in die Rentenversicherung müssen Studierende einzahlen, wenn der Job nicht als „kurzfristige Beschäftigung“ gilt.

Vorteile des Minijobs

Sind Studenten regelmäßig nur bis zu einem Arbeitsentgelt von bis zu 450 Euro/Monat beschäftigt, handelt es sich um so genannte „Minijobs“. Arbeitgeber zahlen für Minijobber Pauschalabgaben an die Minijob-Zentrale der Bundesknappschaft. Hier werden alle Minijobber in Deutschland erfasst und nach einheitlichen Kriterien besteuert und versichert. Die Minijob-Zentrale leitet die Teilbeträge an Renten- und Krankenkassen, Finanzamt und Kirchen weiter.

Bezogen auf das Arbeitsentgelt werden derzeit abgeführt:

  • 15 Prozent Rentenversicherung
  • 13 Prozent Krankenversicherung
  • 2 Prozent so genannte Pauschalsteuer (inklusive Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag), falls nicht per Lohnsteuerkarte abgerechnet wird
  • 0,15 Prozent Insolvenzgeldumlage
  • 0,14 Prozent Umlage U2 (Ausgleich für Arbeitgeberaufwendungen bei Mutterschaft)
  • 0,7 Prozent Umlage (Ausgleich für Arbeitgeberaufwendungen bei Krankheit, nur bei Unternehmen mit weniger als 30 Mitarbeitern und einer Beschäftigung von mehr als vier Wochen)

Insgesamt werden also rund 30 Prozent des Arbeitsentgelts an die Minijob-Zentrale abgeführt.

Jobben in den Ferien

In der vorlesungsfreien Zeit, also in den Semesterferien, sind Studenten von der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung befreit. Und zwar unabhängig von der wöchentlichen Arbeitszeit oder vom Einkommen. Dies gilt bewusst für kurzfristige Beschäftigungen. Die liegen vor, wenn bei dem Job von vornherein klar ist, dass er auf drei Monate oder höchstens 70 Arbeitstage begrenzt ist. Auf die Höhe des Einkommens kommt es bei diesen zeitlich befristeten Nebenjobs nicht an. Diese kurzfristigen Beschäftigungen als Ferienjobs sind formal zwar steuerpflichtig, tatsächlich erfolgt aber meist kein Steuerabzug, da Lohnsteuer derzeit erst ab einem Monatsverdienst von 951 Euro und mehr fällig wird.

Abrechnung auf Lohnsteuerkarte – ja oder nein?

Schnell einen Nebenjob gefunden? Super! Jetzt müsst ihr das Rechtliche beachten: An Steuern und Sozialabgaben kommt ihr nämlich nicht vorbei. Die gute Nachricht, meist kümmern sich die Arbeitgeber automatisch darum. Eure Arbeitgeber müssen eure Einkünfte versteuern. Dazu müssen sie die Lohnsteuer einbehalten und an das Finanzamt abführen. Das klappt für den Studenten automatisch, völlig problemlos und sogar ohne Lohnsteuerkarte, dann werden pauschal 25 Prozent Lohnsteuer einbehalten. Allerdings gibt es auch hier eine Voraussetzung: Der Student darf nicht mehr als 12 Euro pro Stunde und nicht mehr als 61 Euro pro Tag verdienen.

Da ist die Versteuerung über die Lohnsteuerkarte günstiger: In den Steuerklassen I, II, III und IV fällt bei kurzfristigen Beschäftigungen nämlich meist gar keine Lohnsteuer an. Der Verdienst wird zwar auf der Lohnsteuerkarte eingetragen, aber es erfolgt kein Steuerabzug.

Wie war das mit dem Mindestlohn?

Jugendliche, die unter 18 Jahre alt und ohne abgeschlossene Berufsausbildung sind, haben noch keinen Anspruch auf Mindestlohn. Damit soll verhindert werden, dass Jugendliche lieber einen Job suchen, als eine Ausbildung anzufangen, die ja meist schlechter bezahlt wird. Auch Azubis erhalten noch nicht den Mindestlohn, Langzeitarbeitslose noch nicht in den ersten sechs Monaten einer neuen Beschäftigung. Für Pflichtpraktika im Rahmen von Schule, Ausbildung oder Studium gibt es keinen Mindestlohn. Die sind allerdings immer begrenzt, ein Ende des  Minilohns für Praktikanten ist also absehbar. Wer ein freiwilliges Praktikum zur beruflichen Orientierung macht, das nicht länger als sechs Monate dauert, hat ebenfalls keinen Anspruch auf den Mindestlohn.

Schüler und Studenten, die mindestens 18 Jahre alt sind, erhalten bereits den gesetzlichen Mindestlohn. Der beträgt derzeit 8,50 Euro pro Stunde.

Sogar in verschiedenen Branchen gelten bis Ende 2016 Ausnahmen zum Mindestlohn. Das nutzen Fleischindustrie, Leiharbeit, Land- und Forstwirtschaft, Gartenbau, Friseurhandwerk, Textil- und Bekleidungsindustrie und Großwäschereien. Aber auch sie müssen ab 2017 8,50 Euro pro Stunde zahlen – selbst wenn der Mindestlohn bis dahin schon wieder gestiegen ist.

Weniger verdienen auch Zeitungsausträger. Hier gilt die Befreiung vom Mindestlohn sogar bis Ende 2017. 2015 müssen sie wenigstens 6,38 Euro pro Stunde, 2016 7,23 Euro pro Stunde und ab 2017 dann 8,50 Euro pro Stunde verdienen. Anschließend erhalten sie so viel, wie der gesetzliche Mindestlohn gerade vorschreibt. Der Mindestlohn soll erstmals 2017 angepasst werden und dann alle zwei Jahre steigen. Die Mindestlohnkommission, die darüber entscheidet, wird zum ersten Mal 2016 über das Folgejahr entscheiden.

Auch Saisonarbeiter in der Landwirtschaft, die beim Ernten und Verarbeiten helfen, müssen Mindestlohn gezahlt bekommen. Hier dürfen Arbeitgeber jetzt aber die Kosten für Unterkunft und Verpflegung auf die Saisonkräfte umlegen.

Studentenjob ist Pluspunkt im Lebenslauf

Soll man Studentenjobs im Lebenslauf erwähnen? „Nein“, denken viele Studenten. Vor allem, wenn die Jobs nichts mit dem zukünftigen Berufsziel zu tun haben. Das könnte ja schließlich so wirken, als habe man sich nicht auf das Studium konzentriert. „Ja, unbedingt“, sagen Personaler. Die Gründe sind vielfältig: Zum einen erkennen Personaler so, dass man flexibel ist, sich engagiert, im Team arbeiten kann, pünktlich ist und sich im Zweifel auch mal die Hände schmutzig macht. Natürlich kommt es auf die Formulierung an. „Kellnern & Kneipe“ klingen natürlich nicht so toll wie „Kellnern neben dem Studium, Erwerb von Serviceorientierung und Umgang mit Publikumsverkehr“.

Vor allem sollte man Studentenjobs, die mit der erhofften Stelle zu tun haben, im Lebenslauf deutlich kennzeichnen. Nicht jeder Einsatz als Babysitter ist wirklich wichtig – es sei denn, man möchte im sozialen Bereich arbeiten. Nichtsdestotrotz werden so Engagement und Wille erkennbar.

Anders verhält es sich mit Praktika: Wenn die nicht in Bereichen absolviert wurden, die mit dem zukünftigen Berufsfeld zu tun haben, brauchen sie auch im Lebenslauf nicht erwähnt zu werden.

Doch Soft Skills spielen eine immer größere Rolle im beruflichen Leben. Teamgeist, Persönlichkeitsentwicklung, soziale Kompetenzen und Arbeiten unter Zeitdruck schult man im Nebenjobs auf jeden Fall. Auch, dass man die Doppelbelastung Studium und Nebenjob schultert, zeigt den Personalentscheidern eine Menge über das Engagement und den Willen des Bewerbers.

Über JobberBee

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