Neue Höchstgrenze für BAföG: Was man über die Studienförderung alles wissen muss

BAföG, Studienkredite oder Jobben? Wer finanziert sein Studium wie?

Wer studiert und gleichzeitig BAföG bezieht, soll sich aufs Studium konzentrieren, scheint Vater Staat zu denken. Anders ist nicht zu erklären, dass das Einkommen von Studenten bei 4880 Euro im Jahr gedeckelt ist. Verdienen Studenten mehr, wird das BAföG gekürzt. Gut zu wissen: Ab dem Wintersemester 2016/2017 liegt die neue Obergrenze für den steuerfreien Nebenverdienst bei immerhin 5400 Euro pro Jahr. Und auch das BAföG selbst wurde auch erhöht.

Oft genug ist ein Nebenjob im Studium unumgänglich, sonst würden sich kaum zwei Drittel der Studenten diesem Stress aussetzen. Schließlich gibt es selbst im absoluten Idealfall nur 735 Euro pro Monat vom Staat. Und das auch erst ab Beginn des Herbstsemesters 2016/17. Das reicht im schlechtesten Fall in teuren Uni-Städten kaum für Miete und Essen.

Wer seine Zeit und Kraft sinnvoll aufteilt und nicht mehr als 4880 Euro im Jahr dazuverdient, der bekommt kein BAföG abgezogen. Wenn man die Betrag auf die zwölf Monate aufteilt, blieb bisher ein 400-Euro-Job pro Monat möglich (ja, okay, ein 406-Euro-Job). Durch die Erhöhung der Freigrenze auf 5400 Euro kann man sein Einkommen ab Herbst nun auf 450 Euro pro Monat erhöhen. Außerdem wird der BAföG-Freibetrag für angespartes Vermögen auf 7500 Euro erhöht. Damit startet man nach dem Studium zumindest nicht ganz pleite und hat die Chance, etwas mehr zu sparen.

BAföG und Elternsätze steigen ebenfalls

Mit der 25. BAföG-Reform kommen vermutlich auch rund 110.000 Lernende und Studierende mehr in den Genuss von Bafög, denn auch die Einkommensfreibeträge der Eltern erhöhen sich um sieben Prozent. 2014 bekamen rund 925.000 Schüler und Studenten die Ausbildungsbeihilfe. 2015 waren es sogar nur noch 870.000 Studierende und Schüler, die  Unterstützung erhielten. Damit war die Zahl der Empfänger vier Jahre in Folge gesunken. Studierende und Schüler, die bisher keinen Anspruch auf BAföG hatten, sollten die Reform nutzen und einen neuen Antrag stellen. Von der Anhebung profitieren alle Empfänger ab Beginn des laufenden Ausbildungsjahres:

Beruf- und Schülerinnen seit dem 1. August

Studierende an Fachhochschulen seit  1 September

Studierende an Universitäten ab 1. Oktober.

Alternative Studienkredit?

Wer trotzdem kein BAföG bekommt, muss sich über alternative Studien-Finanzierungsmodelle Gedanken machen. Studienkredite kommen aber bei Studenten als Alternative offenbar auch seltener in Betracht: Die Zahl der abgeschlossenen Kreditverträge sank 2015 mit rund 53.000 neuen Verträgen im Vergleich zu 2014 um fast zehn Prozent. Auch das Kreditvolumen von möglichen 650 Euro pro Monat wird von den wenigsten studentischen Kreditnehmern ausgeschöpft. Rund 521 Euro werden derzeit monatlich abgerufen.

Offenbar ziehen viele Studierende den Nebenjob der Verschuldung vor. Ein anderer Grund könnte die zunehmende Flexibilisierung der Studiengänge sein. Regelstudienzeit und Anwesenheitspflichten wurden gelockert, so bleibt neben dem Lernen auch noch Zeit fürs Leben und für einen Teilzeitjob.

Von allen Kreditformen ist BAföG allerdings immer noch am sozialverträglichsten. So beginnt die Rückzahlungspflicht erst fünf Jahre nach Ende der Förderungshöchstdauer, die Raten sind nicht höher als 105 Euro pro Monat und wer 10.000 Euro zügig und pünktlich tilgt, dem wird der verbleibende Teil des Kredits von Amts wegen erlassen. Daher müssen viele BAföG-Empfänger weniger als 50 Prozent zurück zahlen.

Urlaubsgeld wird angerechnet, Einnahmen aus künstlerischen Tätigkeiten nicht

Doch Vorsicht: zum Einkommen zählen auch Urlaubs- und Weihnachtsgeld dazu. Wer aber außerdem Einnahmen aus pflegenden, künstlerischen oder erzieherischen Tätigkeiten hat, kann diese bis zu einer Höhe von 2400 Euro pro Jahr steuerfrei in seine Rechnung einbringen.

Auch wichtig: Das Geld muss nicht übers Jahr verteilt werden. Wer lieber einmal in den Semesterferien richtig ranklotzt und sich so zum Beispiel einen Auslandsaufenthalt finanziert, braucht sich ebenfalls keine Sorgen ums BAföG zu machen: Das Geld wird einfach aufs Jahr angerechnet und die Obergrenze kippt trotzdem nicht. Wer mehrere kleine Jobs hat, dem werden sie alle zu einem Einkommen als Basis für die Freibeträge zusammengerechnet. Dazu gehören dann auch freiwillige Praktika, für die es Geld gibt. Doch nicht verwechseln: Für Pflichtpraktika, die also im Studiengang vorgeschrieben sind, gibt es keinen Freibetrag. Sie werden gleich vom ersten Cent an vom vorher bestätigten BAföG-Satz abgezogen.

Mit Kind im Studium

Auch wer im Studium oder in der Schulzeit bereits Nachwuchs hat, bekommt ab August für jedes Kind 130 Euro Zuschlag für die Betreuung. Bisher waren es 113 Euro für das erste und 85 Euro für jedes weitere Kind. Das hilft, Familie und fundierte Ausbildung besser zu vereinbaren.

Konzentration aufs Studium

Auch Förderungen und Stipendien beeinflussen den BAföG-Satz. Begabtenförderungswerke beispielsweise geben ihr Geld oft nicht an BAföG-Empfänger. Privatwirtschaftliche Initiativen sind da meist etwas großzügiger. Nichts destotrotz sollten unbedingt die Rahmenbedingungen für die Förderungen genau erfragt werden. Das ist manchmal gar nicht leicht, lohnt sich aber langfristig: 1. Wer im Jahr zu viel verdient, verliert das Anrecht auf die staatliche Unterstützung und arbeitet mehr, als sich hinterher rechnet: Mehr Geld im Portemonnaie hat man trotzdem nicht.  sich mehr Arbeit als unbedingt nötig. Dann doch lieber gründlich für die nächste Prüfung lernen und weniger jobben gehen. 2. Das Studium soll im Vordergrund stehen, dafür gibt es schließlich BAföG. Wer viel arbeitet riskiert, sein Studium nicht in den vorgegebenen Regelstudienzeiten zu schaffen – dann allerdings wird das BAföG ganz gestrichen. Dadurch wird das Studium dann auch nicht einfacher. Also lieber gleich gut rechnen und Zeit zum Lernen einplanen.

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1 Comments

  1. Toller Artikel mit ganz wichtigen Informationen zum Thema Bafög. Ich kann mir gut vorstellen, dass es doch einige gibt, die nicht über diese Veränderungen informiert sind. Da ist dies hier schon eine sehr große Hilfe.

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