Weiterbildung – die wichtigsten Tipps und Tricks

Weiterbildung? Ziele finden und benennen

Welche Ziele verfolgen Sie beruflich? Wo möchten Sie in fünf oder zehn Jahren stehen? Wer im Beruf erfolgreich sein möchte, sollte sich regelmäßig weiterbilden. Lernen hört nach Schule, Ausbildung oder Studium lange nicht auf. Jeden Tag verändert sich unsere Arbeitswelt und wer darin arbeiten will, muss sich anpassen und dazulernen. Daher ist es nie zu spät, sich diesem Thema zu stellen. Schließlich sind Fortbildungen auch immer spannender neuer „Input“. Wie findet man nun aber die richtigen Weiterbildungen – und was kostet das Wissen?

Die Liste der Anbieter von Weiterbildungen ist lang, das Angebot nicht immer überschaubar, geschweige denn, besonders leicht vergleichbar. Daher sollte man auf einige Faktoren achten, JobberBee hat die wichtigsten zusammengetragen:

  • Weniger ist manchmal mehr: Bietet der Weiterbildungsträger nur wenige Weiterbildungen in einem bestimmten Themenbereich an oder deckt er alles ab, von der Sozialpädagogik bis zum LKW-Führerschein? Das ist, außer bei großen Anbietern wie der IHK, Kammern oder Verbänden, merkwürdig. „Hier sollte man sich fragen: Wie will ein kleines Unternehmen dies alles professionell abdecken können?“, erklärt Michael Hagedorn von der Jobplattform JobberBee.
  • Überlegen Sie auch, wie wichtig der eigentliche Abschluss für Sie ist. Möchten Sie für sich selbst eine Weiterbildung machen, um in einem bestimmten Bereich fitter zu werden oder soll es eine größere Weiterbildung sein, die einen beruflichen Aufstieg ermöglicht oder sogar eine komplette Umschulung. Davon ist es abhängig, ob Ihnen ein Zertifikat oder ein Zeugnis des Anbieters reicht oder Sie tatsächlich zum Beispiel einen IHK-Abschluss benötigen. Überlegen Sie, ob das Weiterbildungsangebot Sie Ihrem persönlichen Ziel näher bringt.
  • Vergleichen: Kontaktieren Sie mehrere Anbieter von Weiterbildungen. Nicht immer werden vergleichbare Kurse unter demselben Namen angeboten. Recherchieren Sie also auch unter ähnlichen Begriffen.
  • Wie wird der Unterricht angeboten? Vor Ort, als Webinare, in Voll- oder Teilzeit? Über den zeitlichen Rahmen einer Weiterbildung sollte man sich genau informieren. Nichts ist ärgerlicher, als wenn man einen Teil der Veranstaltungen verpasst, weil man ausgerechnet an den betreffenden Tagen länger arbeiten muss oder schon ein Urlaub gebucht ist. Auch wichtig, gerade bei Umschulungen: Werden Praktika angeboten oder bei der Suche nach zukünftigen Arbeitgebern geholfen? Kann man, zum Beispiel bei einem längerem Studium neben dem Beruf auch ein Semester aussetzen oder schneller studieren, falls ja: wie wirkt sich das auf die Studiengebühren aus?
  • Woher kennen Sie die Anbieter? Haben Sie aus anderen Quellen Einschätzungen über die Anbieter bekommen? Was sagen ehemalige Kursteilnehmer, gibt es im Internet Bewertungen? Stellen die Anbieter Informationen zu abgeschlossenen und vergleichbaren Kursen zur Verfügung? Wichtig wären zum Beispiel Angaben über die Quote der bestandenen Prüfungen, Referenzen, Nachbetreuung, Hilfe bei der Vermittlung in Praktika oder Jobs, mögliche Nachbetreuung, mögliche Auslandseinsätze und ähnliches. Auch spannend: Wie lange gibt es die Anbieter schon?
  • Konnten Sie einen oder mehrere Anbieter vor Ort besuchen? Fühlten Sie sich angesprochen und ernst genommen, wurden Ihre Fragen individuell beantwortet und bei Problemen nach Lösungen gesucht? Wie gut ist der Anbieter technisch ausgestattet? Fühlten Sie sich in den Räumen wohl? All dies wirkt sich langfristig sehr wohl auf den Erfolg einer Weiterbildung aus.
  • Welchen Eindruck hatten Sie vom Internetauftritt der für Sie interessanten Anbieter? Ist er aktuell und vor allem aussagekräftig?
  • Wie sichert der Anbieter die Qualität seines Angebotes? Wird auf der Grundlage von zertifizierten Qualitätssicherungssystemen gearbeitet? Wie sind die Trainer ausgebildet – werden  auch sie weitergebildet? Vergleichen Sie alle Ihre Eindrücke in Ruhe, machen Sie sich vielleicht sogar eine Pro- und Contra-Liste, lassen Sie sich zum Beispiel von der Arbeitsagentur beraten und treffen Sie erst dann eine Entscheidung zu Ihrer Umschulung.

Vollzeit oder Teilzeit?

Auch über den zeitlichen Rahmen einer Weiterbildung sollte man sich vorab genau informieren. Wer einen Job hat, kann sich nur nebenberuflich weiterbilden. Doch auch hier gibt es verschiedene Formate: Fernlehrgänge, E-Learning, Präsenzunterricht am Wochenende. Alternativ kann man sich von seinem Arbeitgeber beurlauben lassen. Für den Bildungsurlaub werden Vollzeitbeschäftigten in Berlin zehn Tage innerhalb von zwei aufeinanderfolgenden Kalenderjahren gewährt. Bei Teilzeitkräften verringert sich der gesetzliche Anspruch entsprechend. Junge Arbeitnehmer unter 25 Jahren haben dagegen sogar Anspruch auf 20 Tage. Allerdings muss der Zeitpunkt der Weiterbildung mit dem Arbeitgeber abgestimmt werden, der Antrag auf Freistellung mindestens sechs Wochen vor Beginn der Weiterbildung eingereicht werden.

Neustart im Job

Passt beispielsweise der alte Job aufgrund einer Erkrankung nicht mehr, bietet eine Umschulung neue Perspektiven. Sie ist eine zweite Berufsausbildung. Idealerweise wird sie mit einer Prüfung vor einer Kammer abgeschlossen. Wie lange solch eine Umschulung dauert, ist sehr individuell und hängt zum Beispiel davon ab, wie viel Wissen aus dem vorherigen Job eingebracht werden kann. Alternativen sind Fernstudiengänge, in denen man sich das Wissen zuhause aneignen kann. Wer aufgrund einer Erkrankung länger als sechs Monate nicht arbeiten konnte, hat Anspruch auf Hilfen zur beruflichen Rehabilitation. Diese können, je nach Alter und Berufssituation, bei der Rentenversicherung, der Agentur für Arbeit oder Trägern von Jugend- und Behindertenhilfen beantragt werden. Das können bis zu 24-monatige Aus- und Umschulungen sein, aber auch temporäre Jobcoachings oder Haushaltshilfen. Ähnliches gilt, wenn die Familienplanung sich spontan geändert hat und man nun plötzlich mit Kind studiert oder Geld verdienen muss und deshalb ein duales Studium wählt.

Weiterbildung in der Industrie, Meister und Azubi

Und woher kommt das Geld?

Wer sich in einzelnen Themengebieten weiterbilden oder Sprachzertifikate erwerben möchte, sollte das Angebot der örtlichen Volkshochschulen nicht unterschätzen. Hier unterrichten häufig geschulte Experten und Fachleute ihres Gebietes zu Themen, die sie persönlich interessieren. „Die Kurse sind meist sehr kompakt strukturiert und die Preise sind wirklich bezahlbar“, „, sagt Hagedorn.

Denn nicht alle Arbeitnehmer können sich umfangreiche Weiterbildungen problemlos leisten. In manchen Fällen kann der Arbeitgeber helfen. Er kann sich finanziell beteiligen, dem  Arbeitnehmer Bildungsurlaub gewähren bzw. ihm zumindest bei Dienstplänen entgegenkommen oder bei anderen organisatorischen Herausforderungen Unterstützung anbieten. Geht das in kleinen Firmen nicht, gibt es verschiedene Fördermöglichkeiten, die je nach Bundesland und Bildungsziel variieren. In Berlin zum Beispiel wird eine Bildungsprämie an Geringverdienende gezahlt. Weiterbildungen, die höchstens 1.000 Euro kosten dürfen, werden nach einer Beratung mit maximal 500 Euro unterstützt. Teurere Weiterbildungen können zum Beispiel über das Weiterbildungssparen finanziert werden. Im Berliner Programm „IQ Handwerk“ unterstützen Handwerkskammer Berlin und Senat Weiterbildungen in technischen und kaufmännischen Berufen. Das Land Brandenburg dagegen bietet den Bildungscheck an, ein Förderprogramm, mit dem mindestens 70 Prozent der Kursgebühren übernommen werden – wenn die Weiterbildung mindestens 1.000 Euro kostet.

Alternativ können Arbeitnehmer, die an einer beruflichen Aufstiegsfortbildung teilnehmen, das Meister-BAföG beantragen. Geförderte erhalten hier einen Beitrag zu den Kosten der Fortbildung, bei Vollzeitmaßnahmen auch Beiträge zum Lebensunterhalt. Einen Teil der Unterstützung gibt es als Zuschuss, einen Teil als zinsgünstiges Darlehen.

Andere Förderungen richten sich an Arbeitslose oder Arbeitnehmer, die von Arbeitslosigkeit bedroht sind. In solchen Fällen gibt es von den örtlichen Arbeitsagenturen oder Jobcentern so genannte Bildungsgutscheine. Auch für Auszubildende, Studierende, spezielle Berufsgruppen oder Migranten gibt es spezielle Förderprogramme. Daher sollte man sich bei Interesse unbedingt beraten lassen. In Berlin und Brandenburg ist dafür zum Beispiel die Weiterbildungsdatenbank ein guter Anlaufpunkt.

Über JobberBee

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3 Comments

  1. Man sollte nie aufhören sich weiterzubilden, da sich auch Berufsbilder verändern. Wer sich heute eine Weiterbildung im Marketing anschaut wird sehen, dass diese anders ist als noch vor 5 Jahren. Oft hängt auch der technische Fortschritt damit zusammen.

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