Jobben, wo der Samba blüht

Work and Travel in Brasilien

Work and Travel in Brazil

Seit den ruhmreichen Sechzigerjahren mit Pelé, dem jüngsten Fußballweltmeister aller Zeiten, steht Brasilien für qualitativ hochwertigen Ballsport. Und auch jetzt wirbt das Land vor allem mit traumhaften Spielen auf immergrünem Rasen wie in Salvador da Bahia, Fortaleza oder Recife und entspannten Spielanalysen vom Hoteldach an der Copacabana in Rio. Doch Brasilien bietet so viel mehr – nicht nur für Touristen und Fußballfans.

Abseits von WM, Karneval und Bossa Nova ist Brasilien vor allem für seine Gastfreundschaft bekannt. Das Land hat mit dem Amazonas ein riesiges Ökosystem inklusive überwältigender Artenvielfalt und Wanderparadiese im Programm, Traumstrände, aufregende Städte und beeindruckende Kultur. Wer die Welt südlich des Äquators näher kennenlernen will, dem stehen viele Möglichkeiten offen.

Wie das geht? Es muss ja nicht die teure Rundreise sein. Cleverer sind ein Auslandsstudium oder Work and Travel, wodurch sich Arbeiten und Leben verknüpfen lassen. Der Vorteil: mehr Zeit vor Ort, intensiver Austausch mit Land und Leuten, ein exklusiver Blick hinter die Kulissen, solide Sprachkenntnisse und schlanke Kosten.

Leben und arbeiten in Brasilien

Denn, was viele nicht erwarten: Die brasilianischen Lebenshaltungskosten sind mit den europäischen durchaus vergleichbar. Zwar sind einheimische Güter billig, die Sozialabgaben gering. Dafür ist Importware wesentlich teurer und in einigen, besonders bei Ausländern gefragten Wohngegenden, liegt das Preisniveau der Mieten sogar höher als bei uns.

Trotz der relativ hohen Lebenshaltungskosten ist das Lohnniveau insgesamt niedriger. Vor allem in der Landwirtschaft, im öffentlichen Dienst und allgemein im Hinterland wird oft nur der Mindestlohn gezahlt. Brasilien hat keinen Mangel an Arbeitnehmern, weder mit noch ohne Berufsausbildung. Trotzdem geht Brasilien nicht als Billiglohnland durch, denn in der Industrie liegen die Löhne durchaus auf europäischem Niveau.

Schnuppern mit Freiwilligenarbeit oder Praktikum

Wer nur mal ein paar Wochen in die brasilianische Kultur reinschnuppern möchte, kann das am besten als Volunteer, beispielsweise im Bereich Naturschutz oder in sozialen Projekten, tun. Soziale Probleme sind aufgrund eines immer größer werdenden Gefälles zwischen Arm und Reich immens, freiwillige Unterstützung ist herzlich willkommen.

Der organisatorische Aufwand hält sich in Grenzen, denn es tummeln sich einige Anbieter auf dem Markt, die sich auf die Vermittlung derartiger Projekte spezialisiert haben. Sie kümmern sich um die komplette Organisation des Auslandsaufenthalts und bieten gleich den passenden Sprachkurs mit an.

Eine Bewerbung funktioniert aber auch direkt, zum Beispiel bei GoBrazil. Die Organisation sucht nicht nur immer wieder selbst tatkräftige Helfer, sondern listet auch NGOs und private Firmen, die Ausländer als Volunteers und Praktikanten akzeptieren. Der Vorteil bei dieser Art der Arbeit: Für Kost und Logis ist meistens gesorgt und ein dreimonatiges Touristenvisum reicht vollkommen aus.

Studieren statt probieren

Auch bei der eigenen Hochschule in Deutschland lohnt es sich, nach Auslandsaufenthalten zu fragen. Ansprechpartner sind das jeweilige Akademische Auslandsamt (AAA) oder der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD). Sie sind nicht nur wichtig für die Vermittlung einer Partneruniversität, sondern können auch bei der Anerkennung der absolvierten Scheine helfen.

Etwa 200 öffentliche, teils sehr renommierte Hochschulen gibt es in Brasilien. Daneben jede Menge private Institutionen, die jedoch auch höhere Beiträge als die rund 100 Euro Semestergebühren nach sich ziehen. Grundsätzlich ähnelt die Struktur des Studienjahres dem unseren, was einen Wechsel einfach macht. Allerdings kommt man bei einem oder zwei Semestern Aufenthalt nur mit einem Studentenvisum durch.

Wenn’s ums Geld geht

Aber Achtung: Eine Aufenthaltserlaubnis für Studenten schließt keine Arbeitserlaubnis ein. Unentgeltliche Praktika sind kein Problem, auch kleinere Jobs wie Nachhilfe sind in der Regel kein Thema. Wer mehr oder zu anderen Stundensätzen als 3 Euro arbeiten möchte, braucht, anders als in Ländern mit Working-Holiday-Visum, zwingend eine Arbeitserlaubnis.

Dafür ist neben einem Flugticket, dem Nachweis ausreichender finanzieller Mittel, einem internationalem Impfzeugnis und dem noch mindestens sechs Monate gültigen Reisepass ein notariell beglaubigter Arbeitsvertrag notwendig. Das Antragsformular lässt sich bei der Brasilianischen Einwanderungsbehörde online ausfüllen und der aktuelle Stand der Bearbeitung (mehrere Wochen) immer wieder abfragen. Für alle anderen Unterlagen braucht es aber leider noch die gute alte Post.

Wer sich nach längerfristigen Jobs in Brasilien umsehen will, dem bieten sich als Ausländer vor allem Möglichkeiten in den wirtschaftlichen Metropolen São Paulo und Rio de Janeiro. Viele brasilianische und internationale Firmen haben hier ihren Sitz. Gute Chancen haben Techniker, Ingenieure oder Naturwissenschaftler. Außerdem ist Recife als Standort für Technologieunternehmen bekannt. Der Tourismus boomt entlang der gesamten Atlantikküste, Ausgangspunkt für die Jobsuche im Reisesektor. Ansonsten kann die Deutsch-Brasilianische Industrie- und Handelskammer eine erste Anlaufstelle sein.

Nicht erst die Arbeit im fremden Land, schon die Jobsuche stellt eine gewisse Herausforderung dar. Grundsätzlich gehören ein beachtliches Maß an Flexibilität, Ideenreichtum und letztlich immer auch Glück dazu. Mit guten Sprachkenntnissen und einer etwas langfristigeren Planung stehen Brasilienfans aber nicht zuletzt aufgrund spezialisierter Vermittler und einer großen als auch hilfsbereiten Netzgemeinde einige Türen offen.

Empfehlenswerte Links

Kleine Einführung zu Brasilien
www.brasilien.de
Fachportal-Netzwerk und Kompass für den Weg ins Ausland
www.initiative-auslandszeit.de

Alles rund um das Studium in Brasilien
www.studieren-in-brasilien.de
Die zentrale Anlaufstelle für ein Studium im Ausland
www.daad.de

Die Guten unter den Vermittlern portugiesischer Sprache und brasilianischer Kultur
go-brazil.org
Die Welt ist ein Klassenzimmer – Jede Menge Lehrerjobs
www.goabroad.com
Projektbörse für Freiwilligenarbeit – Vom Englischlehrer über Bauhelfer bis zum Hosteljob
www.workaway.info
Klassisches Jobportal für den lateinamerikanischen Markt
www.trabalhando.com

Deutsch-Brasilianische Industrie- und Handelskammer mit eigener Stellenbörse
www.ahkbrasilien.com.br
Inoffizielle Seite der brasilianischen Botschaft in Berlin
www.brasilianische-botschaft.de
Nicht schön, aber wesentlich – die Seite der Brasilianischen Einwanderungsbehörde
scedv.serpro.gov.br

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